The Waiting

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Seb-O-Mat im Juli 2006

22. Mai 2007

Spitzenangebote zu Weltkrieg


Ist das nicht toll? Endlich kann man Weltkrieg jetzt auch im Internet kaufen. Ich habe schon so lange nach etwas ähnlichem gesucht und mit einem Mal ist es da. Spitzenmäßig! Die Frage ist nur: Wie kann man sich einen gekauften Weltkrieg vorstellen? Ich glaube, dass es da einige Experten gibt, die man dazu befragen könnte. Z.B. die USA, den Iran, die Deutschen und viele andere große und kleine Nationen auf der Welt. Doch bevor der Verfassungsschutz mich noch für derlei Bemerkungen in Anbetracht des anstehenden G8-Gipfels hochnimmt, hör ich lieber auf. Die sollen ja sehr sensibel geworden sein, was bestimmte Stichworte angeht. Jemand anderes sollte in dieser Hinsicht auch etwas sensibler werden:

Das obige Fundstück ist wohl eine der Glanzleistungen, die Google's AdWord so hinbekommt. Ich war über einen Kommentar unter einem Spreeblick-Artikel zum Film Shooting Dogs, der den Völkermord in Ruanda 1994 thematisiert, auf dem Heuteblog gelandet und fand dort diesen Werbebanner. Ist das nicht obergeschmacklos? Die themenbezogene Werbeschaltung muss wohl noch mal überholt werden, Google!

21. Mai 2007

Hoch leben die Wissenschaft und frei zugängliches Wissen

Hallihallohallöchen,

ich habe beschlossen, mein Weblog zu mehr Zwecken zu gebrauchen, als nur lustige Geschichtchen zu erzählen. Deshalb soll sich hier in nächster Zeit auch etwas mehr tun. In der Wissenschaft tut sich nämlich auch was. Erst kürzlich hat die Freie Universität Berlin zusammen mit den Universitäten Bielefeld, Konstanz und Göttingen eine Internet-Plattform namens "Open Access" gestartet. Das unter anderem von der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) geförderte Projekt hat das Ziel, den Zugang zu "aktuellen Forschungsergebnissen und wissenschaftlichen Informationen" zu erleichtern. Ich finde das einen guten Schritt in Richtung der Demokratisierung von Wissen. Die Wissensflut, die uns damit blühen wird, sollte zugleich als neue Herausforderung an unser menschliches Wissens- und Informationsmanagement verstanden werden. Und das Bisschen mehr an Information ist mir lieber, als infantile Klingeltonwerbungen und Seifenopern als wichtigen Lebensinhalt zu begreifen.

Links:
Pressemitteilung IDW
Open Access

26. April 2007

Neuigkeit

Wow, ich entwickle mich weiter. Hätte ja niemand für möglich gehalten. Ich habe heute in meinem Seminar zum Online-Publishing die Grundlagen des HTML gelernt. Es ist so einfach und ich bin trotzdem stolz...

Hm - ähh, isch kann alles erklären, es ist nicht so, wie Du denkst und schon gar nicht das, wonach es aussieht! Ehrlich!

Liebe Freunde meines Weblogs,

ich danke Euch beiden, dass Euch immer noch gibt. Es gibt da übrigens eine Sache über die ich mit Euch reden muss: ich gehe fremd!

Genaueres findet Ihr hier: http://extern.mz-web.de/blog/allgemein/index.php?blog=7 .

Beste Grüße

Euer Seb-O-Mat

28. März 2007

L e e r e - pah, denkste!

nix




Seb-O-Mat, März 2007







los hier!

Sachte, sachte!

Ich kann natürlich alles erklären. So nach und nach muss dieser Blog ja wiederbelebt werden. Also ganz klassisch: erstmal kräftig aufpusten und dann fünfzehn Mal noch kräftiger den Brustkorb zusammenpressen! Danach: Wiederholung! (Hoffen wir, dass dieser Blog keiner ersten Hilfe bedarf und er sich von selbst wieder erholt.) Es ist wohl wie beim Joggen: bis man nach langer Pause wieder anfängt, vergeht noch mal soviel Zeit, wie die Pause selbst gedauert hat. Hat man sich dann doch überwunden, läuft das erste Mal schleppend an. Eventuell steigert man sich zu einem leichten Höhepunkt, um sich dann mit schweren Beinen nach Hause zu schleppen, weil man den Anfang wieder einmal übertrieben hat. Um diesem Schicksal zu entgehen, will ich leicht anfangen und ebenso leicht wieder aufhören.

Was ist nun in der letzten Zeit passiert? Hier jedenfalls nicht viel - das war zu merken. In der Wirklichkeit ein wenig mehr. Eine kurze Zusammenfassung:

Dem geneigten Leser ist es sicher nicht entgangen, dass der gesamte Februar 2007 textfrei blieb. Nun ja, das hatte auch seinen Grund: der Februar war der Monat in diesem Jahr, indem ich die meisten Schnitte gemacht habe. Dabei kommt es neben der Quantität auch auf die Qualität derselben an. Quantitativ und wörtlich genommen, betreffen die Schnitte den Dokumentarfilm „Wollen | Kriegen“ (AT) den Mitstreiter Ivo und ich von Anfang Februar bis jetzt zusammengezimmert haben. Da das Schnittstudio und mein Zimmer ein und derselbe Raum sind, habe ich in dieser Zeit nur selten das Licht der Welt gesehen und wenig Erzählenswertes erlebt. Dafür erzählt der Film. Und zwar von russlanddeutschen Jugendlichen, die in Bochum leben und uns von ihrer Lebenswelt berichten. Und man darf sagen, dass wir mit dem Ergebnis überaus zufrieden sind. Es gibt noch ein paar Dinge zu klären und nachzubessern und dann können wir freudig einer baldigen Premiere entgegenblicken. Weiteres hierzu folgt in Kürze.


Ein einziger Schnitt mit umso größerer Auswirkung hängt mit meiner beruflichen Zukunft zusammen. Ich verlege am 1. April meinen Wohnsitz nach Halle/Saale um dort den Masterstudiengang „MultiMedia&Autorschaft“ in der Fachrichtung Onlinejournalismus zu studieren. Es wird also demnächst mehr zu berichten geben. Was aus Clemenz und Anne wird, bleibt dagegen offen. Das Balzac und der Kiez zwischen Schönhauser und Bornholmer müssen eine Zeit lang ohne mich auskommen, und, was viel schlimmer ist, ich ohne sie. Nun, da sich schon etliche Kisten in meinem Zimmer türmen, wird der Gedanke langsam real. Selbst einen Besuch beim Inneneinrichter meines Vertrauens habe ich heute bereits erfolgreich absolviert. Einen Blick in die Schnäppchenecke habe ich mit einem wahren Coup beendet. Wer mehr darüber wissen will, sollte schleunigst ein Ticket nach Halle lösen. Es dauert nicht mehr lang…

31. Januar 2007

Ketwurst - Kettwurst

Wie Ihr alle wisst, bin ich ja grundsätzlich nicht penibel. Außerdem liegt es mir fern, anderen mit so trivialen Themen die Zeit zu rauben. Ich hätte auch nie gedacht, dass dieser unscheinbare Beitrag so impulsive Reaktionen nach sich ziehen würde. Ich habe dennoch weiter recherchiert:

1. bei Google gibt es 515 Treffer für 'Ketwurst' und 521 für 'Kettwurst'.

2. ein Artikel auf Tagesspiegel-Online vom 12.02.2003 schreibt auch von der 'Kettwurst'.

3. www.duden.de wartet gerade seine Website.

4. im Archiv der Berliner Zeitung findet man zwischen dem 1.1.2000 und dem 30.1.2007 sieben Artikel mit 'Ketwurst' und drei Artikel mit 'Kettwurst', von denen sich einer mit der falschen Schreibweise 'Kettwurst' befasst und auf die richtige, nämlich 'Ketwurst', hinweist.

Man darf Wikipedia nicht alles glauben, aber der Berliner Zeitung in diesem Fall ein bisschen mehr. Schließlich steht dort auch, wie der Name der 'Ketwurst' patentiert wurde.

Und dennoch: selbst wenn ich Ketwurst ab jetzt mit einem 't' schreibe, werde ich dabei immer an 'Kettwurst' mit zwei 't' denken. Und noch etwas: Wir sind alle Menschen und die Sprache ist die Sprache. Wir können nicht ohne sie leben, sie aber auch nicht ohne uns. Wenn wir, die 'Kettwurst'-mit-Doppel-'t'-Sympathisanten dieser Erde, uns anstrengen, zusammenhalten und demonstrativ "'Kettwurst'-mit-Doppel-'t'" sagen, dann können wir es schaffen! Die Sprache ist kein "Werk" (Ergon), sondern eine "Thätigkeit" (Energeia), wußte schon der alte Humboldt. Guten Appetit!

29. Januar 2007

Mein Name ist Wurst. - Nein, nicht Hans! - Kett, Kett Wurst!

Es ist inzwischen etwas zur Gewohnheit geworden, dass ich meinen soeben auf der Tartanbahn meines Vertrauens gestählten Body *1) für diese Härte im Nachhinein mit einer Kettwurst belohne. Natürlich nur beim Kettwurst-Dealer *2) meines Vertrauens! Der Kettwurst-Stand ist im Übrigen der einzige Laden in der ganzen Schönhauser Allee, der nicht damit prahlt, die Mehrwertsteuererhöhung nicht mitgemacht zu haben. Ganz nebenbei handelt sich ja auch um ein Lebensmittel. Für mich inzwischen ein Überlebensmittel, aber das nur nebenbei. Trotzdem kostet die Kettwurst jetzt 1,70€ statt früher 1,60€. Die Mehrwertsteuer von 7% auf eine Kettwurst macht 11,2 Cent. Bei einem neuen Preis von 1,70€ kommen also nochmal 10 Cent oben drauf. Ich möchte meinen, das wäre eine Steigerung des Steuersatzes um fast das Doppelte. Ich meine weiter, dass wir das an dieser Stelle nicht weiter vertiefen sollten. Neben dem Preisschock, der sonst nur beim Benzin solchen Aufruhr verursacht, ist mir etwas anderes aufgestoßen.

Die adrette, schwergewichtige aber immer gutgelaunte Verkäuferin erlaubte sich heute eine Demonstration ihrer guten Laune. Leider war ich ihr Opfer:

Ich: Eine Kettwurst bitte.


Ich wedelte mit einem Zehn-Euro-Schein, der vom Rausziehen aus dem Portemonnaie noch etwas nachfederte.

Sie: Das macht dann zehn Euro!


Ich sagte darauhin nichts. Eine..., zwei..., drei..., vier Sekunden vergingen, bis sie mich ansah und meinte:

Sie: Vasteh'n se? Zehn Euro, wa? Hehe. Ick erlaube mir ja manchmal so'n Witz. Dit is immer so lustich mit de Kunden, wenn die denn nich' richtich hinhör'n. Und manchmal merken die jarnich, dassick se vaarsche. Und hätt'n se fünfzich Euro jehabt, hätt' ick "fuffzich" jesacht. Die sind do' sonst imma so spröde, die Kunden, wissen se?


Nebenbei bereitet sie die Kettwurst zu. Sie nimmt die Wurst mit der Kettwurst-Zange, taucht sie einmal im Kettwurst-Saucen-Bad, das in der Hauptsache rot aussieht, richtig unter, zieht sie zweimal durch den Kettwurst-Saucen-Bottich, so, wie andere mit einem Schiffchen in der Badewanne spielen, nur wesentlich routinierter, zupft dann das Kettwurst-Brot vom Kettwurst-Brot-Heizstab und schwingt die Wurst in den, vom Kettwurst-Brot-Heizstab vorgestanzten Kettwurst-Einlass des Kettwurst-Brotes und lässt die Wurst daraufhin fachmännisch hineingleiten und stellt dann fest, dass das Kettwurst-Brot, indem die, vor Kettwurst-Sauce nur so triefende, Kettwurst steckt, leckt! Auf Deutsch: das Brot hat ein Loch!

Gefunden bei www.flickr.com .

Die patente Verkäuferin ließ sich aber nicht lumpen, formte aus Papierservietten eine Kettwurst-Windel und legte verbal nach:

Sie: Ick wickel' dit mal hier rum, nich' dasse sich schmutzich machen. Ick möchte se nachher nich' saubermachen müssen. Hahaha.

Und ich bin mir sicher, sie hätte es doch gewollt. Nur musste sie an diesem Tag noch die eine oder andere Kettwurst verkaufen, bevor sie den Stand verlassen durfte. Andererseits glaube ich, dass sie auch so ihren Spass gehabt hat.

Ich: Ne, ne, ich kann mich schon alleine waschen aber danke für die Servietten. Tschüss bis zum nächsten Mal.

Ich wußte, dass das nächste Mal in unbestimmter Ferne lag - ungefähr so weit wie Konnopke. Da ich von Natur aus eher scheu und solch spontanen Attacken Berliner Freundlichkeit und Service nicht gewachsen bin, habe ich entschieden, mich vorerst aus der Opferrolle zurückzuziehen und in der nächsten Zeit weder den MediMax noch den Kettwurst-Stand zu betreten.

Zu Hause angekommen, war der Kettwurst-Schock bereits ein bisschen abgeklungen, so dass ich mir sicher war, das Vorkommnis in einem Beitrag verwursten zu können. Ich schaute gleich bei Wikipedia, ob es den Eintrag "Kettwurst" schon gibt. Als ich ihn fand, habe ich mich kurz geärgert, dass einige Besserwisser meinen, Kettwurst schreibe man mit nur einem 't' - nämlich so: Ketwurst! *3) Schließlich korrigierte ich aber nur einen Kommafehler in selbigem Artikel und beendete den Tag mit einem inneren Monolog.


*1) Ich wähle das Englische, um dem ganzen mehr Dynamik zu verleihen.
*2) Auch hier wirkt das Englische dynamischer.
*3) Um Himmelswillen nicht nachmachen!!!